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Wissenswertes : Ursache des Bienensterbens entdeckt
14.01.2011 12:51 (12656 x gelesen)

Ursache des Bienensterbens entdeckt


Seit Jahren fahnden Wissenschaftler weltweit nach der Ursache des mysteriosen Massensterbens von Honigbienen. Unterschiedliche Studien deuteten seitdem auf verschiedene Hauptverdächtige hin: Die Varroamilbe und diverse Virenarten schienen ebenso hinter dem als Bienenvolk-Kollaps (Colony Collapse Disorder —CCD) bekannten Phänomen zu stecken wie Bakterien, Pilze oder Pestizide. Nun haben US—Forscher erstmals eine Erklärung gefunden, die diese Vermutungen miteinander vereint.



Die Wissenschaftler der Universität von Illinois in Champaign verglichen Bienen aus verschiedenen CCD-infizierten Kolonien mit gesunden Artgenossen und konzentrierten sich dabei auf die Gentäitigkeit im Verdauungstrakt der Tiere. Dabei entdeckten sie bei den erkrankten Tieren eine ungewöhnlich große Menge von Bruchstücken der ribosomalen RNS (Ribonukleinsäure). Diese ist in den Eiweißfabriken der Zellen, den Ribosomen, maßgeblich an der Produktion von Proteinen beteiligt. Genau diese Eiweißherstellung ist beim Bienenvolk—Kol-
laps massiv gestört.
,,Der einzige beständige Anzeiger für CCD in den Proben, die zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten gesammelt wurden, war die Überfülle von ribosomalen Bruchstücken“, sagt die an der Studie beteiligte Entomologin May Berenbaum. Die Forscher vermuten im Fachblatt ,,PNAS“, dass Krankheitserreger, vor allem die Familie der Picorna-Viren, die
Ribosomen besetzen und zur Bildung viraler Proteine zwingen. '
Zu den Picorna-Viren zählt Zu den Picorna-Viren zählt neben dem Flugeldeformationsvirus (DWV, Deformed Wing
Virus) auch das IAPV (IsraeliAcute Paralysis Virus), das in einer früheren Studie als Hauptverdäichtiger des Bienensterbens ausgemacht wurde. Übertragen werden Picornaviren von der Varroamilbe, die ebenfalls im
Ruf steht, an dem Massensterben beteiligt zu sein. Ist die Proteinproduktion der Ribosomen erst einmal ge-
stört, werden die Bienen auch anfälliger für andere schädliche Einflüsse. ,,Wenn das Ribosom beeinträchtigt ist, kann man nicht mehr auf Pestizide reagieren, nicht mehr auf Pilzinfektionen oder Bakterien oder Mangelernährung, denn das Ribosom ist zentral für das Überleben von jedem Organismus“, erläutert Berenbaum. ,,Zum Überleben braucht man Proteine.“ Das mysteriose Bienensterben griff vor allem seit Herbst 2006 um sich, allerdings wurde schon 2004 von ähnlichen Phänomenen berichtet: Die ausgewachsenen Bienen verschwinden spurlos und lassen den Bie-
nenstock samt der Konigin, den jungen Bienen und der Brut zurück. Allein in den USA raffte der CCD in den Iahren 2007
und 2008 mehr als ein Drittel aller kommerziell genutzten Honigbienen dahin. Das Phänomen ist in den USA nicht nur eine ökologische Bedrohung, sondern auch wirtschaftlich bedeutsam, denn die Tiere werden dort kommerziell
zur Bestäubung von Obst— und Gemüsepflanzen genutzt. Der Wert dieser landwirtschaftlichen Produkte wird allein in
den USA pro Iahr auf rund 15 Milliarden Dollar geschätzt.   ap
 


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